Telefonische Krankschreibung - was zu beachten ist

Auch heute noch beeinflusst Corona sämtliche gesellschaftlichen Abläufe und birgt das Potenzial, das Gesundheitssystem massiv zu belasten. Dementsprechend planen die Gesundheitsminister aller Bundesländer schnell umsetzbare Maßnahmen, um vor allem Arztpraxen dauerhaft zu entlasten. Diese werden besonders in der aktuellen Situation mit einer derart großen Anzahl an Patienten konfrontiert, dass kaum mehr Kapazitäten bestehen.

17.02.2022
  • Lesezeit ca. 2 Minuten
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    17.02.2022
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Seniorin telefoniert
© sabinevanerp/pixabay.com

Das Auftreten der Omikron-Welle hat der Corona-Krise neuen Aufschwung beschert: Die Infektionszahlen steigen, das Gesundheitssystem gerät langsam an seine Grenzen. Insbesondere Arztpraxen leiden unter einer enormen Zahl an Patienten, welche die Kapazitäten der Praxen nahezu vollkommen ausschöpfen. Um betroffene Arztpraxen zu entlasten, sollen viele Abläufe, unter anderem auch Krankschreibungen, weiterhin telefonisch möglich sein.

Wo liegen die Vorteile der Regelung?

Dass die Regelung beibehalten werden soll, hat natürlich nicht nur Vorteile für die Arztpraxen, sondern auch für die normalen Bürger. Im Falle eines Atemwegsinfektes kann eine Krankschreibung per Telefon erfolgen. Auf diese Weise wird vermieden, dass sich die Patienten, im Falle einer potenziellen Corona-Erkrankung, vermehrt durch den öffentlichen Raum bewegen und andere Personen anstecken. Das Gesundheitsrisiko für jeden Beteiligten lässt sich somit minimieren. Zudem kann der Betroffene selbst direkt damit beginnen, sich zu Hause auszukurieren, anstatt den Weg zum Arzt auf sich zu nehmen.

Doch nicht nur die Patienten profitieren von der Regelung. Arztpraxen, die während der Corona-Krise eine unverhältnismäßig hohe Last zu tragen hatten, bekommen nun eine Möglichkeit der Erleichterung. Da die Krankschreibung nach wie vor per Telefon erfolgen kann, besteht nicht mehr zwangsläufig die Notwendigkeit ständiger Arztbesuche betroffener Patienten, zumindest nicht mehrfach hintereinander für dasselbe Leiden. Somit wird das gesamte Personal enorm entlastet und notwendige Kapazitäten bleiben erhalten.

Auch psychotherapeutische oder ärztliche Konsultationen sollen weiterhin digital durchgeführt werden können. Auf diese Weise wird zwar das Risiko einer Ansteckung reduziert, persönliche Gespräche können aber dennoch durchgeführt werden. Im Falle einer Atemwegserkrankung müssen sich behandelnde Ärzte nämlich vom Gesundheitszustand des Patienten überzeugen. Bis zu 7 Tage kann eine Krankschreibung per Telefon erfolgen bzw. um weitere 7 Tage erweitert werden, falls die Notwendigkeit besteht.

Wie funktioniert eine telefonische Krankschreibung?

Um eine telefonische Krankschreibung zu ermöglichen, ist ein bestimmtes Prozedere nötig. Sollten leichte Erkältungssymptome wie Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten vorhanden sein, sollte der Anruf beim Arzt erfolgen. In der aktuellen Situation wird in jedem Fall ein vorheriger Anruf empfohlen, um die behandelnden Ärzte entscheiden zu lassen, ob ein Besuch in der Praxis notwendig ist oder nicht. Anstatt die Krankenkassenkarte vorzulegen, werden hier einfach die Versichertennummer und der Name der Krankenkasse am Telefon genannt. Als Nächstes erfolgt in der Regel ein Telefongespräch mit dem Arzt, in welchem alle Symptome genau beschrieben werden sollten. Hierbei darf kein Symptom ausgelassen werden, sodass eine verlässliche Einschätzung erfolgen kann. Der Arzt kann über das Telefon nur den Sachstand beurteilen, der ihm geschildert wird.

Ist das Telefongespräch beendet und der Arzt erteilt eine Krankschreibung, wird diese im Normalfall per Post gesendet. Dasselbe Verfahren funktioniert übrigens auch in Bezug auf vom Arzt verordnete Medikamente. Eine Kopie der Krankschreibung kann bereits vor der Ankunft mit der Post per Mail geschickt werden, um sie dem Arbeitgeber vorzulegen.

Wie lange besteht die Regelung noch?

Aktuell gilt die Regelung bis zum 31.03.2022. Je nachdem, in welche Richtung sich die Pandemie während der Omikron-Welle bewegt, können allerdings weitere Verlängerungen erwartet werden. Gesundheitsminister Karl Lauterbach betont jedenfalls, dass weitere Maßnahmen bzw. deren Verlängerungen im Gespräch seien, die vor allem das Gesundheitssystem entlasten sollen.


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