Einsamkeit im Alter vermeiden: Soziale Beziehungen pflegen

Sozialkontakte sind im Leben unerlässlich. Doch im gehobenen Lebensalter gehen viele Kontakte verloren. Das hinterlässt häufig Einsamkeitsgefühle. Was hilft vereinsamten Senioren und Seniorinnen? Hier erfahren Sie es!

  • Lesezeit ca. 3:30 Minuten
  • |
  • Lesezeit ca. 3:30 Minuten
Eine ältere Frau sitzt in der Küche mit zugezogenen Vorhängen und schaut in die Ferne
© freepik/de.freepik.com

Steigt die Lebenserfahrung, nehmen oftmals die sozialen Bindungen ab. Freundschaften, lockere Bekanntschaften und sonstige Begegnungen im Alltag gelingen weniger mühelos als in jüngeren Jahren. Viele Senioren und Seniorinnen führen aus diesem Grund ein zurückgezogenes Leben. Es ist wichtig, den Unterschied zu erfassen: Allein zu sein bedeutet nicht automatisch einsam! Für mehr Sozialkontakte sind die folgenden Tipps gegen die Vereinsamung im Alter geeignet.

Alt, allein, einsam: Was ist passiert?

Wer ein kontaktloses Leben führt, kann definitiv zufrieden und frei von Einsamkeitsgefühlen sein. Diese Personen sind sich selbst oftmals genug. Dagegen aktiviert ein vereinsamter Lebenswandel dieselben Sektionen im Gehirn wie körperlicher Schmerz. Die empfundene Einsamkeit und die Sehnsucht nach mehr oder intensiveren Kontakten belasten. Davon ist die ältere Generation vorwiegend gefährdet.

Im Herbst eines Lebens sterben häufiger die geliebten Menschen. Berufliche Karrieren und familiäre Verpflichtungen spannen Angehörige sowie Freunde zeitlich ein. Viele Rentner und Rentnerinnen sind zudem weniger agil. Da sie oft allein wohnen, führt dies zu einem sozial zurückgezogenen Lebensstil. Wer noch dazu gesundheitlich angegriffen ist, bleibt eher zuhause. Dadurch sinken die Sozialkontakte innerhalb der Gemeinschaft. Die Folge: Einsamkeit im Alter.

Das einsiedlerhafte Leben, dem es an Beziehungen mangelt, fördert allerlei gesundheitliche Probleme. Darunter fallen beispielsweise chronische Krankheitsbilder. Der Stresspegel steigt durch die Einsamkeitsgefühle. Das zieht eine Reihe weiterer Beschwerden nach sich: Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis zum erhöhten Blutdruck ist erdenklich.

Das geht ebenso nicht spurlos an der Psyche vorbei: Vereinsamte Senioren und Seniorinnen erkranken eher an Depressionen. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns schrumpft durch den Mangel an Austausch und sozialen Bindungen. Nicht zuletzt steigt schlimmstenfalls das Risiko für Suizid.

Einsamkeit im Rentenalter durchbrechen: Tipps für mehr Sozialkontakt

Wer im Alter sozial isoliert lebt, profitiert von gezielten Gegenmaßnahmen. Sie fördern den Kontakt mit anderen Menschen. Ein fürsorglicher Lebenswandel für sich selbst ist ebenso nützlich wie proaktives Engagement nach außen.

Selbstfürsorge als Soforthilfe gegen negative Gefühle

Die Seele leidet unter den Einsamkeitsgefühlen. Ältere Menschen achten im Idealfall stärker darauf, die persönliche Lebensfreude zu bewahren. Das umfasst die regelmäßige Körperpflege und eine gesunde Schlafhygiene neben nährstoffreichen Mahlzeiten. Damit legen Sie prinzipiell die Grundlage für einen ausgeglichenen und aktiven Lebenswandel.

Proaktiv leben und Kontakte suchen

Der Mensch gilt seit jeher als Herdentier. Ein Dasein in sozialer Isolation ist nicht gesundheitsförderlich. Daher lohnt es sich speziell im Alter, gezielt zwischenmenschliche Bindungen zu pflegen. Hierfür braucht es keine großen Taten. Oftmals genügen kleine Gesten des sozialen Austauschs:

  • Briefe schreiben
  • telefonieren mit vertrauten Personen
  • Nachbarschaftstreffen nutzen
  • Technik verstehen und sich in den sozialen Medien austauschen
  • Ehrenamt suchen

Neben all diesen Optionen kann ebenfalls ein Haustier gegen Gefühle der Einsamkeit helfen. Bedenken Sie lediglich die Verantwortung und Lebensspanne, die der tierische Mitbewohner mitbringt. Stellen Sie sicher, sich artgerecht um das Tier kümmern zu können. Als alternative Möglichkeit lohnt sich der regelmäßige Kontakt mit Tieren. Der gelegentliche Besuch eines Zoos oder Wildparks bietet sich beispielsweise an.

Freizeit gestalten, Hobbys entdecken

Das Problem der Vereinsamung basiert häufig auf der fehlenden Herausforderung auf mentaler Ebene. Wird das Gehirn nicht aktiv mit neuen Reizen und Erfahrungen konfrontiert, verkümmert es. Die Entwicklung ähnelt der eines Muskels, der nicht gebraucht wird.

Um das alternde Gehirn fit zu halten, eignen sich neue Erfahrungen. Fremdsprachen lernen oder einen Computerkurs besuchen – für Senioren und Seniorinnen bieten sich vielfältige Chancen. Das begünstigt Sozialkontakte ebenso wie den eigenen Intellekt. Krankheiten wie Alzheimer und Demenz lassen sich damit vorbeugen.

Seniorentreffs – vernetzen gegen die soziale Isolation

Ältere Mitmenschen sind öfter als andere Altersgruppen von Einsamkeit betroffen. Sie leben zwischenmenschlich zurückgezogener. Zusätzlich erfahren sie generell weniger Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb existieren mittlerweile viele Projekte gezielt für Menschen im Rentenalter. Sie helfen, sich zu vernetzen und am Gesellschaftsleben weiterhin teilzunehmen.

Neben der Vernetzung (beispielsweise durch das Netzwerk »Silbernetz«) kommen für viele Mitmenschen sogenannte Mehrgenerationenhäuser infrage. Solche Häuser bieten vielfältige Facetten eines abwechslungsreichen Alltags – generationenübergreifend. Jung und Alt begegnen einander ganz bewusst. Dadurch entstehen neue Gelegenheiten im Leben bejahrter Personen. Kreative Kurse, Sportprogramme oder weitere Aktivitäten in der Freizeit gehören hier zum Konzept.

Fazit: Einsamkeit im Alter – Wege aus der Isolation!

Im Lauf des Lebens sterben geliebte Menschen oder die Lebenswege trennen sich anderweitig. Das birgt für jene im fortgeschrittenen Lebensalter die Gefahr der Vereinsamung. Viele verlieren den Anschluss am Gesellschaftsleben.

Solch ein kontaktarmer Lebensalltag steigert das Risiko für diverse Erkrankungen: Das Herz-Kreislaufsystem gerät in Mitleidenschaft. Der Anteil der Stresshormone steigt. Das erhöht die Möglichkeit für Entzündungen, die ihrerseits Krankheiten fördern können. Nicht zuletzt stellen Alzheimer und Demenz ernste Gesundheitsrisiken dar.

Um all dem vorzubeugen, lohnt sich die Realisierung der verschiedenen Tipps: Ein Lebenswandel mit genügend Bewegung, Schlaf und Nährstoffen ergänzt sich mit einem proaktiven Stil. Aktives Kontakteknüpfen und anregende Freizeitaktivitäten erhöhen zusätzlich die Lebensfreude und reduzieren die Krankheitsrisiken. Menschen im gehobenen Alter erleben unter den Umständen kaum Gefühle der Einsamkeit.


War dieser Ratgeber hilfreich?
Ø 3,8 / 5 Sternen aus 52 Meinungen
Ratgeber teilen

Nichts mehr verpassen mit unserem Newsletter!

Ihre E-Mail-Adresse


Mehr zum Thema »Gesundheit«:

Alles zum Thema Gesundheit PP Zur Startseite


nach oben