Notfalldose im Kühlschrank kann Leben retten

Viele Menschen, die bereits etwas älter sind oder an bestimmten Erkrankungen leiden, sorgen mit wichtigen Dokumenten für den Ernstfall vor. Notfallausweise, Impfpässe, Medikamentenpläne, eine Patientenverfügung und andere Informationen können für Rettungskräfte enorm wichtig sein. Meistens sind diese in der Eile aber nicht rechtzeitig aufzufinden. Die sogenannte Notfalldose schafft Abhilfe. Der kleine Lebensretter wird im Kühlschrank aufbewahrt und enthält alle wichtigen Unterlagen für den Ernstfall.

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Krankenwagen im Einsatz
© THRSTN92/pixabay.com

Im Notfall zählt jede Sekunde. Wenn zu Hause etwas passiert und Rettungskräfte anrücken müssen, ist es wichtig, dass diese die Situation schnell erfassen können. Sie müssen nicht nur wissen, was dem Betroffenen fehlt, sondern im Idealfall auch über seine medizinische Vorgeschichte informiert werden. Oft sind Patienten aber nicht mehr ansprechbar. Und auch Angehörige sind nicht immer in der Lage, ausführliche Auskunft zu geben – vor allem nicht in einer solchen Stresssituation.

Damit Rettungskräfte trotzdem Bescheid wissen, ohne lange nach verborgenen Ordnern und in der Wohnung verteilten Dokumenten zu suchen, gibt es die sogenannte Notfalldose.

Wie funktioniert die Notfalldose?

Bei der Notfalldose handelt es sich um eine kleine, grün-weiße Dose, die im Kühlschrank aufbewahrt wird. Sie enthält ein Notfall-Infoblatt und zwei Aufkleber.

Das Infoblatt kann beidseitig ausgefüllt werden. Unter anderem sind hier freiwillige Angaben zu Gesundheitszustand, Allergien, Medikamenten und Kontaktpersonen möglich. Aber auch weitere Informationen können eingetragen werden. Zum Beispiel, ob es Kinder oder Haustiere im Haushalt gibt, die versorgt werden müssen. Die Dose kann alles enthalten, was im Notfall eine Rolle spielt.

Die beiden Aufkleber werden gut sichtbar in der Wohnung platziert: Einer an der Innenseite der Eingangstür und einer außen am Kühlschrank. Sobald die Rettungskräfte die Aufkleber sehen, wissen sie in aller Regel Bescheid und werden im Kühlschrank nach der Notfalldose suchen.

Warum muss die Notfalldose im Kühlschrank stehen?

Im Ernstfall haben Rettungskräfte keine Zeit, nach einem Notfallordner zu suchen. Außerdem wäre das Durchsuchen von Schränken und Schubladen ein Eingriff in die Privatsphäre des Patienten. Die Kühlschranktür als Aufbewahrungsort hat deshalb gleich mehrere Vorteile. Küche und Kühlschrank sind in jeder Wohnung leicht zu finden. Ein kurzer Blick in die Tür reicht aus, um die Notfalldose zu entdecken. Außerdem wird die Privatsphäre des Patienten bewahrt.

Was muss man beachten?

  • Platzieren Sie die Notfalldose gut sichtbar in der Kühlschranktür.
  • Platzieren Sie die Aufkleber gut sichtbar und auf Augenhöhe.
  • Füllen Sie das Notfall-Infoblatt so weit wie möglich aus und achten Sie darauf, dass es mit Datum und Unterschrift versehen ist.
  • Füllen Sie für jede im Haushalt lebende Person ein eigenes Notfall-Infoblatt aus und stecken Sie sie zusammen in eine Notfalldose.
  • Kleben Sie jeweils ein Foto auf die Notfall-Infoblätter, wenn mehrere Personen im Haushalt leben.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr aktueller Medikamentenplan immer bei Ihren Medikamenten liegt.

Wo bekommt man die Notfalldose?

Die Notfalldose kann sowohl online (z.B. bei Amazon) bestellt als auch in vielen Apotheken vor Ort erworben werden. Je nach Anbieter kostet sie zwischen 4 und 8 Euro. Oft gibt es die Notfalldose aber auch kostenlos. Interessenten sollten hierzu bei ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung nachfragen. Auch Apotheken, Rettungsdienste, Pflegedienste und Sozialstationen können Ansprechpartner sein und womöglich Auskunft darüber geben, wo es die Notfalldose kostenlos gibt.


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