Beeinflusst ein Vitamin D - Mangel Corona?

Dass ein langfristig bestehender Vitamin-D-Mangel zu einer Vielzahl von Beschwerden sowie Krankheitsbildern führen kann, ist heutzutage in den meisten medizinischen Fachrichtungen eine anerkannte Tatsache. Doch gerade die Corona-Pandemie scheint eine neue Diskussion in dieser Richtung auszulösen, die folgende Frage in den Raum wirft: Hängt ein Vitamin-D-Mangel womöglich mit einem schweren Covid-19-Verlauf zusammen oder begünstigt diesen? Grundsätzlich ist diese Frage laut neuester Studien mit einem klaren Nein zu beantworten, zumindest was den direkten Einfluss von Vitamin D auf einen schweren Verlauf von Covid-19 betrifft. Doch ganz so einfach ist es nicht.

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Der Einfluss von Vitamin D auf den Corona Krankheitsverlauf
© Alrandir/www.shutterstock.com

Ein Vitamin-D-Mangel schwächt den Körper an vielerlei Stellen, macht ihn anfälliger für jegliche Art von Krankheiten und sorgt dafür, dass das Immunsystem gedämpft wird. Mehrere Studien fanden außerdem Zusammenhänge zwischen einem bestehenden Vitamin-D-Mangel und Krankheitsbildern wie Rheuma, Diabetes oder Depression. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass ein Mangel an Vitamin D im Blut auch andere, wichtige Prozesse im Körper verlangsamt oder anderweitig negativ beeinflusst. Vor allem bei älteren Menschen fanden Studien Beweise dafür, dass eine optimale Versorgung mit Vitamin D vor einem vorzeitigen Tod schützt sowie altersbedingte Gebrechen minimiert.

Studienergebnisse zu Vitamin D und Corona

Natürlich beschäftigt sich die Wissenschaft mit Hilfe modernster Forschung mit aufkommenden Fragen. Eine der Fragen, die regelmäßig gestellt werden ist, ob die Möglichkeit besteht, sich zum Beispiel durch Vitamin-D-Präparate gegen einen schweren Verlauf oder gar einer Corona-Infektion zu schützen. Eine neue U.S-Studie verneint dies allerdings deutlich. Insgesamt wurden 18.148 Menschen zwischen den Jahren 2019 und 2020 durch Screenings in die Studie mit einbezogen und der genaue Zusammenhang zwischen Vitamin D und Corona geprüft. Es scheine zwar eine gewisse Verbindung zwischen Corona und einem Mangel an Vitamin D zu geben, doch stehe dieser Mangel nicht in direkter Verbindung zu einer Corona-Infektion. Allerdings dürfe man wichtige Faktoren wie Geschlecht, Alter, Gewicht, Körperfettanteil, Raucherstatus, Wohnort und Blutdruck keinesfalls vernachlässigen. Beziehe man sämtliche Faktoren mit ein, bestünde für Menschen mit einem vergleichbar niedrigen Vitamin-D-Spiegel kein erhöhtes Risiko, an Corona zu erkranken oder einen schweren Verlauf zu durchleben.

Wo also besteht die Verbindung mit Corona?

Wie bereits geklärt, besteht laut aktuellen Studien kein direkter Zusammenhang des Vitamin-D-Spiegels im Blut mit einem schweren Covid-19-Verlauf. Allerdings liegt die Betonung hier auf dem unauffälligen Wörtchen „direkt“. Indirekt kann sich ein langfristiger, bestehender Mangel an Vitamin D jedoch sehr wohl auf den Verlauf von Covid-19 auswirken. Es darf nicht vergessen werden, dass auch eine gesteigerte Infektanfälligkeit mit einem Vitamin-D-Mangel einhergeht. Des Weiteren leidet das Immunsystem im Laufe der Zeit massiv unter dem vorhandenen Mangel, was einen zusätzlichen Risikofaktor darstellt. Nicht selten besteht eine Verbindung zwischen einem ungesunden Lebensstil und einem Vitamin-D-Mangel.

Genau dieser Faktor ist es, der einen langfristig bestehenden Mangel so gefährlich macht. Die generell steigende Anfälligkeit für verschiedene Infekte, erhöht natürlich auch das Risiko für eine Covid-19-Erkrankung. Ist das Immunsystem zu diesem Zeitpunkt zusätzlich geschwächt oder der Zustand des Körpers durch einen ungesunden Lebensstil sowieso angeschlagen, nimmt das Risiko für einen entsprechend schweren Krankheitsverlauf natürlich ebenso zu. Als Hauptrisiko für einen schweren Verlauf gelten nach aktuellen Erkenntnissen Grundkrankheiten wie Herzerkrankungen, Adipositas, Diabetes und Bluthochdruck. Vor allem diese Krankheitsbilder sind allerdings mit einem Vitamin-D-Mangel verbunden. Des Weiteren sorgt ein Vitamin-D-Mangel dafür, dass entzündliche Prozesse im Körper zunehmen, was eine massive Komplikation von Covid-19 begünstigt: dem „Akuten Atemnotsyndrom“.

Es lässt sich also ableiten, dass ein optimal eingestellter Vitamin-D-Spiegel im Blut zu einem gesünderen Lebensstil beitragen kann und somit indirekt vor einem schweren Verlauf schützen kann. Natürlich besteht auch hier kein Schutz von 100 %, das darf nicht vergessen werden. Nichtsdestotrotz sind ein gesundes Immunsystem und ein dementsprechend gesunder Körper stets ein Vorteil, der gesundheitliches Übel abwenden kann.

Was tun, bei einer akuten Corona-Infektion?

Zuallererst sei gesagt: Mit Vitamin D allein kann keine Prävention einer Corona-Erkrankung erfolgen. Die Studien sagen deutlich aus, dass kein direkter Zusammenhang zwischen einem Mangel an Vitamin D und Corona oder einem schweren Verlauf von Covid-19 besteht. Hier sollte also nach wie vor keinesfalls verantwortungslos mit der eigenen sowie der Gesundheit von Mitmenschen umgegangen werden. Vitamin-D-Präparate sind weder Schutz noch Heilmittel vor bzw. während einer Infektion mit dem Coronavirus. In Bezug auf Vitamin D kann, im Falle einer Infektion mit Corona oder Erkrankung an Covid-19, stets eine Prüfung des körpereigenen Vitamin D in Kombination mit weiteren gesundheitlichen Werten durchgeführt werden, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und dementsprechend minimieren zu können. Dies sollte allerdings im Optimalfall bereits vor der Erkrankung im Rahmen eines grundsätzlichen Check-Ups geschehen sein, um generelle Risikofaktoren für einen schweren Verlauf vorzeitig zu erkennen und wenn möglich zu minimieren. Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie hält sich ein Großteil der Menschen innerhalb ihrer eigenen vier Wände auf, was durch Home-Office und Quarantänen bzw. Ausgangssperren begünstigt wird. Ein prüfender Blick auf den Vitamin-D-Status, vor allem aber auf den eigenen Lebensstil, schadet keinesfalls.


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