Hygiene in der häuslichen Pflege: Darauf müssen Sie achten

Wer die Pflege eines Angehörigen oder Bekannten zu Hause übernimmt, muss sich auf viele neue Aufgaben einstellen: Von Organisation über Finanzen bis hin zu speziellen Pflegehandgriffen. Auch die Hygiene in der häuslichen Pflege spielt eine wichtige Rolle. Wir zeigen, worauf Sie besonders achten müssen.

  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
  • |
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
Handhygiene bei einer älteren Person
© Robert Kneschke/www.shutterstock.com

Spätestens seit Ausbreitung des Coronavirus ist klar: Hygiene kann Leben retten. Doch das galt auch schon vor der Pandemie. Coronavirus hin oder her – Experten weisen darauf hin, dass die richtige Hygiene in der häuslichen Pflege gefährlichen Krankheiten und Infektionen vorbeugen kann. Für einige pflegebedürftige Menschen kann schon eine einfache Erkältung problematisch werden. Zum Beispiel, weil das Immunsystem geschwächt ist oder sie Vorerkrankungen (Asthma o.ä.) haben. Professionelles Pflegepersonal ist in Sachen Hygiene geschult. Pflegende Angehörige hingegen wissen oft nicht genau, worauf es ankommt. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie jedoch für angemessene Hygiene in der häuslichen Pflege sorgen.

Hände waschen und desinfizieren

Regelmäßiges, gezieltes und vor allem richtiges Händewaschen ist bei der Hygiene in der häuslichen Pflege das A und O. Pflegende Angehörige sollten ihre Hände stets gründlich mit Seife und warmem Wasser waschen. Außerdem sollten sie regelmäßig die Hände desinfizieren.

Besonders wichtig ist das Waschen und Desinfizieren

  • vor dem Besuch beim Pflegebedürftigen
  • nach dem Betreten der Wohnung des Pflegebedürftigen
  • vor den Mahlzeiten
  • beim Kochen / Zubereiten von Speisen
  • nach dem Aufräumen
  • nach dem Putzen
  • vor und nach dem Toilettengang
  • vor und nach der Körperpflege

Achtung: Für pflegebedürftige Menschen kann zu häufiges Händewaschen irritierend wirken. Unter Umständen fühlen sie sich unwohl, wenn der oder die pflegende Angehörige sich vor und nach jedem Kontakt die Hände wäscht. Geben Sie dem oder der Pflegebedürftigen also nicht das Gefühl, dass sie sich vor der Pflege oder dem Umgang ekeln. Erklären Sie, dass die Hygienemaßnahmen zum Schutz gedacht sind und Sie das Risiko einer gefährlichen Infektion für Ihre/n Angehörige/n verringern wollen. Beim normalen Kontakt, zum Beispiel wenn Sie zusammen fernsehen, etwas vorlesen oder beim Anziehen helfen, müssen Sie sich nicht extra die Hände waschen.

Hygiene in der Wohnung

Pflegende Angehörige sollten nicht nur auf die eigene Körperhygiene achten. Auch der Wohnraum einer pflegebedürftigen Person muss stets sauber gehalten werden. Wichtig ist vor allem die Flächendesinfektion im Bad, in der Küche sowie in den Wohn- und Schlafräumen. Auch Türgriffe oder Stützgriffe (z.B. im Bad) sollten regelmäßig desinfiziert werden. Mit folgenden Maßnahmen sorgen Sie für eine hygienische Umgebung:

Im Badezimmer sollten Sie regelmäßig

  • lüften
  • Flächen desinfizieren
  • den Boden wischen
  • die Klobürste austauschen
  • Anti-Rutsch-Matten säubern
  • Handtücher und Waschlappen wechseln
  • Toilette, Dusche, Wanne und Waschbecken putzen
  • Stützgriffe reinigen und desinfizieren

In der Küche sollten Sie regelmäßig

  • lüften
  • Flächen abwischen und desinfizieren
  • den Boden wischen
  • die Spüle putzen
  • den Kühlschrank reinigen
  • Müll entsorgen
  • Maschinen und Küchengeräte reinigen
  • Lappen und Bürsten waschen bzw. auswechseln

In Wohn- und Schlafzimmer sollten Sie regelmäßig

  • lüften
  • Flächen abwischen und desinfizieren
  • Staubsaugen und ggf. wischen
  • Stützgriffe, Türgriffe und Gegenstände (z.B. Fernbedienung, Wecker) desinfizieren
  • Bettschutzeinlagen verwenden
  • das Bett frisch beziehen
  • decken und Kissen waschen
  • Bei Bedarf verschmutzte Matratzen oder Decken austauschen

Körperpflege von Pflegebedürftigen

Zu den hygienischen Maßnahmen gehört auch die richtige Körperpflege der pflegebedürftigen Person. Dazu zählen zum Beispiel das Waschen, der Toilettengang, die Mundhygiene oder auch die Intimpflege. Bei diesen Maßnahmen (vor allem wenn offene Wunden oder Infektionen vorliegen) sollten pflegende Angehörige nach Möglichkeit Einmal-Handschuhe und andere Schutzkleidung wie Schürzen tragen. Auch das Händewaschen vor und nach den Tätigkeiten ist wichtig. Achten Sie auch darauf, dass Sie Wachlappen, Zahnbürsten und andere Gebrauchsgegenstände regelmäßig säubern und austauschen.

Hilfsmittel für die Hygiene in der häuslichen Pflege

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden für Menschen mit Pflegegrad zuzahlungsfrei zur Verfügung gestellt. Die Pflegekasse zahlt Pflegehilfsmittel im Wert von 60 Euro im Monat. In der Regel können Betroffene eine Hilfsmittelbox, zum Beispiel die PflegeBox, beim Anbieter bestellen und dieser kümmert sich dann um die Abwicklung mit der Pflegekasse.

Zu den Pflegehilfsmittel gehören:

  • Handdesinfektionsmittel
  • Flächendesinfektionsmittel
  • Mundschutz
  • Einmal-Handschuhe
  • Bettschutzeinlagen
  • Einmal-Schürzen

War dieser Ratgeber hilfreich?
Ø 4,9 / 5 Sternen aus 11 Meinungen
Ratgeber teilen

Nichts mehr verpassen mit unserem Newsletter!

Ihre E-Mail-Adresse


Mehr zum Thema »Pflegende Angehörige«:

Alles zum Thema Pflegende Angehörige PP Zur Startseite


nach oben