KfW-Zuschuss für Barrierereduzierung

Mit dem Alter wachsen die Anforderungen an die eigenen vier Wände. Wer so lange wie möglich zu Hause wohnen möchte, muss seinen Wohnraum deshalb von Zeit zu Zeit anpassen. Doch Umbaumaßnahmen oder neue Anschaffungen sind auch eine Frage des Geldes. Die KfW gewährleistet deshalb einen Investitionszuschuss für den Abbau von Barrieren und für mehr Wohnkomfort. Für 2021 wurden die Fördermittel von 100 Millionen auf 130 Millionen Euro erhöht. Zu Jahresbeginn ist die Chance auf die Förderung am größten.

28.01.2020 04.06.2021
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  • 28.01.2020
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Rollstuhlfahrer auf einer Rampe Richtung Gebäude
© riopatuca/www.shutterstock.com

Nachtrag der Redaktion vom 04.06.2021

Am 1. Juni 2021 wurde ein Antragstopp verhängt. Die finanziellen Mittel für den KfW-Zuschuss sind aufgebraucht. Ob es bald neue Mittel gibt und welche Förderungen alternativ infrage kommen, lesen Sie hier.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist eine staatliche Förderbank, die mit verschiedenen Programmen sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen fördert. Besonders in den Bereichen Immobilien und Wohnen bietet die KfW eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten. Privatpersonen sollen unter anderem Anreize für Einbruchschutz, energieeffizientes Sanieren und altersgerechtes Umbauen erhalten.

Eine Übersicht über alle KfW-Programme finden Sie hier.

Zwei Förderprogramme für altersgerechtes Umbauen

Für Maßnahmen zum altersgerechten Umbauen stellt die KfW gleich zwei Fördermöglichkeiten bereit. Privatpersonen können entweder einen günstigen Kredit in Anspruch nehmen (Programm 159) oder einen Zuschuss für die Investitionen beantragen (Programm 455-B).

Zuschuss rechtzeitig beantragen

Den Investitionszuschuss gibt es, wenn man so will, nur solange der Vorrat reicht. Pro Jahr wird ein bestimmtes Förderbudget festgelegt, das ausgeschöpft werden kann. 2019 war das Budget in Höhe von 75.000 Millionen Euro bereits im Oktober verbraucht. Für das Jahr 2020 wurden daher mehr Fördermittel angesetzt – nämlich 100.000 Millionen Euro. 2021 wurde das Budget noch einmal um 30.000 Millionen Euro erhöht und beträgt damit insgesamt 130.000 Millionen Euro. Für Betroffene, die am Zuschuss interessiert sind, lohnt es sich deshalb, den Antrag schon zu Beginn des Jahres zu stellen, bevor das Budget ausgeschöpft ist.

Wichtig: Stellen Sie den Antrag, bevor Sie mit Umbaumaßnahmen beginnen oder einen Kaufvertrag unterschreiben. Planen Sie den Zuschuss erst fest in die Finanzierung ein, wenn der Antrag bewilligt wurde. Merkblätter, Formulare und eine Anleitung zum Antrag finden Sie auf der Webseite der KfW.

Wer hat Anspruch auf den Zuschuss?

Der Zuschuss (Programm 455-B) beträgt maximal 6.250 Euro und soll dazu genutzt werden, Barrieren in der Wohnung zu reduzieren und einen höheren Wohnkomfort zu schaffen. Er kann entweder für den Umbau der selbstgenutzten Immobilie oder aber für den Kauf von bereits umgebautem Wohnraum genutzt werden. Die Förderung erfolgt unabhängig vom Alter.

Laut Auflistung der KfW werden also folgende Personen gefördert:

  • Eigentümer einer Wohnung oder eines Ein- oder Zweifamilienhauses mit maximal zwei Wohneinheiten,
  • Ersterwerber einer sanierten Wohnung oder eines sanierten Ein-oder Zweifamilienhauses,
  • Wohnungseigentümergemeinschaften aus Privatpersonen,
  • Mieter (empfohlen wird eine Modernisierungsvereinbarung mit dem Vermieter).

Wofür kann der Zuschuss nicht genutzt werden?

  • Ferienhäuser, Ferienwohnungen, Boardinghäuser als Beherbergungsbetriebe,
  • gewerblich genutzte Flächen,
  • Pflege- und Altenwohnheime,
  • Maßnahmen, die über die gesetzliche oder private Pflegeversicherung finanziert werden.

Welche Umbaumaßnahmen werden gefördert?

Der Zuschuss zur Barrierereduzierung kann für verschiedene Umbaumaßnahmen oder Anschaffungen genutzt werden. Wichtig ist, dass diese durch Fachunternehmen durchgeführt werden und der Anspruch auf Förderung im Vorfeld geklärt wurde.

Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören unter anderem:

  • Wege zu Gebäuden und Wohnumfeldmaßnahmen, z.B. zu Garagen, Sitzplätzen, Entsorgungseinrichtungen oder Umbau und Schaffung von Stellplätzen
  • Eingangsbereich und Wohnungszugang, z.B. Abbau von Barrieren, Schaffung von mehr Bewegungsfläche, Wetterschutzmaßnahmen
  • Überwindung von Treppen und Stufen, z.B. Aufzugsanlagen, Treppenlifte, Rampen
  • Umgestaltung der Raumaufteilung und Schwellenabbau, z.B. Änderung des Raumzuschnitts, Flächenteilung, Verbreiterung von Türdurchgängen
  • Badumbau, z.B. Änderung der Raumaufteilung, Modernisierung von Sanitärobjekten, mobile Liftsysteme, bodengleiche Duschplätze
  • Orientierung, Kommunikation und Unterstützung im Alltag, z.B. Notrufsysteme, Halte- und Stützsysteme, automatische Bedienungssysteme für Türen, Fenster, Rollläden, Gegensprechanlagen, Beleuchtung
  • Schaffung von Gemeinschaftsräumen, Mehrgenerationenwohnen

Die Maßnahmen können auch miteinander kombiniert werden. Die hier aufgeführten Beispiele sind nur ein Auszug. Eine Auflistung aller förderfähigen Maßnahmen im Detail finden Sie auf der Webseite der KfW.

Übrigens: Beim Kauf einer barrierearm sanierten Wohnung oder eines barrierearm sanierten Hauses werden die entsprechenden Umbaumaßnahmen nur gefördert, wenn diese gesondert im Kaufvertrag ausgewiesen wurden.

Antragstopp: 2021 kein Zuschuss mehr möglich

Anfang 2021 stellte die KfW neue Mittel bereit. Der Zuschuss für den Abbau von Barrieren und für mehr Wohnkomfort sorgte in diesem Jahr für eine so hohe Nachfrage, dass bereits am 1. Juni 2021 ein Antragstopp verhängt werden musste. Jedes Jahr sind die finanziellen Mittel für den Zuschuss begrenzt. Es gibt ihn sozusagen nur, solange der Vorrat reicht. Dass die Mittel nicht einmal für das ganze erste Halbjahr reichen, zeigt den erhöhten Bedarf der Menschen. „In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Förderzuschüssen aus dem KfW-Programm ‚Altersgerecht Umbauen‘ erheblich gestiegen – allein im ersten Vierteljahr 2021 um 25 %“, heißt es auf der Website der KfW. „Diese Entwicklung spiegelt den höheren Bedarf aufgrund des demografischen Wandels wider und zeigt zudem ein stärkeres Bewusst­sein und ein zunehmendes Interesse in der Bevölkerung für die Reduzierung von Barrieren in der eigenen Wohnung, um auch im Alter möglichst lang und komfortabel in der vertrauten Umgebung leben zu können.“ Wer von der KfW bereits eine Zusage für den Zuschuss bekommen hat, ist vom Antragstopp nicht betroffen.

Voraussichtlich wird es 2022 wieder finanzielle Mittel für den Zuschuss geben, sofern diese im Bundeshaushalt vorgesehen werden. Die Antragstellung wird dann wieder möglich sein. Dazu werden aller Wahrscheinlichkeit nach die gleichen Voraussetzungen gelten wie schon 2021 (siehe oben). Unter anderem bedeutet das, dass ein Zuschuss nur möglich ist, wenn zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht mit den Umbaumaßnahmen begonnen wurde. Antragsteller müssen außerdem im neuen Jahr schnell sein: Denn den Zuschuss wird es voraussichtlich wieder nur auf „Vorrat“ geben, sodass ein erneuter Antragstopp auch 2022 möglich ist. Je früher im Jahr der Antrag gestellt wird, desto höher ist die Chance auf den Zuschuss.

Wer nicht bis 2022 warten möchte, um finanzielle Hilfe für barrierefreie Maßnahmen zu erhalten, kann auch über einen Kredit der KfW nachdenken. Im Programm „Altersgerecht Umbauen“ gibt es den „Kredit für den Abbau von Barrieren, mehr Wohnkomfort und besseren Einbruchschutz“.

Außerdem gibt es weitere mögliche Ansprechpartner für barrierefreies Wohnen, zum Beispiel die Pflegekasse, die Krankenkasse, die Deutsche Rentenversicherung, Sozialhilfeträger und andere. Alle Informationen finden Sie hier:


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